



Seit den 1990iger Jahren entwickelte sich zunehmend das Eingeständnis, dass zwischen dem hauptamtlichen Rettungsdienst für den täglichen "normalen" Notfall einerseits und dem Katastrophenschutz mit seinen Einheiten zu Abwehr größter Schadenslagen - primär noch ausgerichtet auf den Verteidigungsfall - andererseits eine Große Lücke in der Gefahrenabwehr klaffte.
Der Rettungsdienst war und ist professionell ausgebildet und technisch hervorragend ausgestattet, gerade in ländlichen Kreisen aber besteht ein Defizit zwischen der Zahl der vorgehaltenen Rettungsmittel und der Fläche des Raumes. Die gesetzlichen Vorgaben werden natürlich erfüllt, aber was geschieht bei einem Massenanfall von Verletzten?
Der Katastrophenschutz seinerseits bestand überwiegend aus hochmotivierten ehrenamtlichen Helfern mit mehr oder weniger veraltetem Material, die in diesem Zusammenhang auch noch Ausrückzeiten von vier bis sechs Stunden (!) vorzuweisen hatten. Vielleicht ausreichend für den zunehmenden Spannungsfall, waren und sind derartige Zeiten in der Versorgung von Verletzten nach einem größeren Unglück absolut indiskutabel.
Immer mehr Hilfsorganisationen entwickelten daher Konzepte für eine auf ehrenamtlichen Helfern basierende Schnelleinsatzgruppe, die im Bedarfsfall innerhalb von maximal 30 Minuten den Rettungsdienst qualifiziert in der Bewältigung von Schadenslagen unterhalb der Katastrophenschwelle unterstützen kann - und so gestaltete sich die Entwicklug auch im Kreis Herzogtum Lauenburg.
Den ersten größeren Einsatz bewältigt die SEG Herzogtum Lauenburg zusammen mit dem Rettungsdienst, den Feuerwehren und der Polizei im Sommer 1999 bei einem schweren Verkehrsunfall auf der BAB 24 mit 12 Verletzten und einem Toten.

Das DRK Schwarzenbek stellt eine Teileinheit der kompletten SEG Herzogtum Lauenburg, weitere Teileinheiten stellen andere Gliederungen des DRK und der DLRG. Im Fall eines Großschadensereignisses übernehmen die Teileinheiten spezifische, vorher abgesprochene Aufgaben am Einsatzort. Primär vorgesehen ist für die SEG Schwarzenbek der Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes für mittelschwer- und schwerverletzte Patienten.
Die Aufgaben werden der SEG am Einsatzort von der Einsatzleitung Rettungsdienst je nach Lage übergeben. Jede Teileinheit stellt einen Unterführer zur Leitung des Abschnitts, erkennbar an seiner blauen Weste mit Aufschrift (z.B. "Leiter Behandlungsplatz")
Das DRK Schwarzenbek stellt für den Einsatz in der SEG folgende Fahrzeuge:
Die Fahrzeuge können auch im Fuhrpark erkundet werden.
Das DRK Schwarzenbek kann als multifunktionale Einheit im Rahmen eines Großschadensereignisses diverse Aufgaben auf Anforderung der Einsatzleitung übernehmen. Dazu gehören:
Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 und der Zeit nach 9/11 wurden diverse Konzepte für die Abarbeitung eines Massenanfalls von Verletzten entwickelt. Wichtiger Bestandteil einer solchen Lage ist der Betrieb eines Behandlungsplatzes, der eine Pufferfunktion zwischen Schadensort und weiterversorgenden Krankenhäusern bildet. An einem Behandlungsplatz werden Patienten nach den Regeln der Notfallmedizin stabilisiert, behandelt und überwacht, bis sie mit einem geeigneten Rettungsmittel in ein geeignetes Krankenhaus transportiert werden können. In alten Zeiten hätte man auch "Feldlazarett" gesagt.
Das DRK Schwarzenbek hat unter Berücksichtigung bundesweiter Konzepte und der eigenen personellen wie materiellen Mittel einen Behandlungsplatz 25 entwickelt. Das gesamte Material befindet sich auf dem Gerätewagen Sanität sowie dem GW Technik/Anhänger Technik & Logistik. Zusammen erstellen diese beiden Fahrzeuge autark den Behandlungsplatz, werden aber im Regelfall durch den RTW und die zwei KTW unterstützt, die in diesem Fall nicht mehr als Transportmittel, sondern als einzelne Behandlungsräume fungieren.
Prototyp eines Behandlungsplatzes ist der aus einem aufblasbaren Zelt aufgebaute, bevorzugt werden aber feste Unterkünfte wie Sport- oder Lagerhallen, die über Heizungen, Strom, Wasser etc. verfügen.
Im überregionalen Einsatz kann das DRK Schwarzenbek zusammen mit den Partner-SEG`en einen BHP 50 aufbauen und betreiben.

Zum Aufbau des Behandlungsplatzes sind u.a. auf dem GW San und dem GW-T vorhanden:
Das Personal der SEG rekrutiert sich aus dem Reservoir der aktiven Bereitschaft. Und nicht nur für Mediziner ist die Arbeit interessant, auch wer eher technisch versiert ist, ist im "Technik-Team", das sich um Strom, Heizung, Zeltaufbau usw. kümmert, gut aufgehoben.
Wer mitarbeiten möchte:
Wir haben Ihr Interesse geweckt? Dann setzten Sie sich mit uns in Verbindung. Telefon 0 41 51 / 37 75 oder per Mail an seg@drk-schwarzenbek.de
Die SEG Schwarzenbek wird von Carsten Weber und Tim Schröder geleitet. Als Ärztliche Leiter stehen unsere Notärzte Dirk Greunig und Dr. med Gregor Naths zur Verfügung.