DRK und Katastrophenschutz: Sanitätsgruppen 

Das Landeskatastrophenschutzgesetz Schleswig-Holstein regelt die Organisation des Katastophenschutzes. Bund, Land und Kreis stellen Material und Fahrzeuge für die verschiedenen Einheiten zur Verfügung, und die Hilfsorganisationen beleben diese Einheiten mit Personal. Im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es im Fachdienst "Sanitätsdienst" 5 Sanitätsgruppen und eine übergeordnete Führungsgruppe. Die Einheiten werden überwiegend vom DRK, aber auch von der DLRG und dem ASB gestellt. Nach Aussetzung des Wehrdienstes rekrutieren sich alle Helfer aus dem ehrenamtlichen Reservoir der aktiven Bereitschaft.

Sanitätsgruppen

Übergeordnet als Führungsmittel steht die "Führungsgruppe Sanitätsdienst". Sie leitet und koordiniert im Einsatz-/Katastrophenfall den Einsatz der Sanitätsgruppen. Ihr Einsatzfahrzeug ist ein Mercedes Sprinter ELW, stationiert ist die Einheit beim DRK Büchen.

Weiterhin unterhält der Kreis Herzogtum Lauenburg zwei "Sanitätsgruppen Transport". Diese Einheit mit 0/1/3/9 (Doppelbesetzung: 18) Helfern soll im Schadensfall mit 3 Vier-Trage-KTW insbesondere Transportaufgaben wahrnehmen. Für nähere Informationen siehe die Angaben der Heimatgliederungen:

Ergänzend kann auf drei "Sanitätsgruppen Arzt" zurückgegriffen werden. Eine Sanitätsgruppe Arzt besteht aus 9 Helfern + 1 Arzt (1/3/6/10), in Doppelbesetzung 20 Personen. Mit drei Einsatzfahrzeugen (1 "Arzttruppwagen/Gerätewagen"  und zwei Vier-Trage-KTW) können verschiedenste Aufgaben durchgeführt werden (s.u.). Die drei Sanitätsgruppen Arzt des Kreises Herzogtum Lauenburg verteilen sich wie folgt:

Aufgaben der 3. Sanitätsgruppe Arzt

Primär wird in einem Großschadensereigniss zur Unterstützung des Rettungsdienstes die Schnelleinsatzgruppe alarmiert. Sie greift auf die Fahrzeuge, Personal und Material der Sanitätsgruppe zurück. So kann es sein, dass sich noch vor Auslösung des Katastrophenalarms die 3. Sanitätsgruppe Arzt inoffiziell im Rahmen der SEG im Einsatz befindet. Dies hat den Vorteil, dass reine Katastrophenschutzeinheiten originär Vorlaufzeiten von mehreren Stunden haben, Zeiten, die in der Versorgung von schwerverletzten Patienten deletär wirken würden.

Es sind aber auch Szenarien denkbar, in denen die Sanitätsgruppe als eigene Katastrophenschutzeinheit alarmiert und eingesetzt wird (z.B. im Rahmen der überörtlichen Hilfe) und gerade die längere Vorlaufzeit sinnvoll und notwendig ausgenutzt werden kann und muss. Folgende Aufgaben können dann von der 3. Sanitätsgruppe Arzt wahrgenommen werden:

Die 3. Sanitätsgruppe Arzt

  •     führt dringend benötigtes Material wie Tragen, Decken, Infusionen,  Sauerstoffgeräte, Verbandstoffe usw. an die Einsatzstelle und unterstützt die Notärzte und das Rettungsdienstpersonal - soweit notwendig - bei der Versorgung der Verletzten (Herstellen und Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit)
  •     schafft - je nach Notwendigkeit - die erforderlichen Infrastrukturen an der Einsatzstelle durch Einrichten eines Behandlungsplatzes
  •     sucht ggf. Verletzte und führt deren Erstversorgung durch
  •     übernimmt erstversorgte Verletzte, z.B. von Patientenablagen, und bringt diese zum Behandlungsplatz
  •     versorgt und betreut Verletzte und Kranke bis zu deren Abtransport in die Klinik
  •     versorgt die leichtverletzten Patienten und sorgt so für eine Entlastung des Rettungsdienstes, der Notärzte und der Krankenhäuser
  •     nimmt unverletzte Betroffene in ihre Obhut und betreut sie ggf. bis zur Übergabe an die Betreuungsgruppe
  •     sorgt für die Registrierung und Dokumentation

 

Sanitätslage

Die Personalstärke und die Ausstattung der Sanitätsgruppe ist für die Versorgung von 25 Verletzten ausgelegt. In Zusammenarbeit mit einem Notarzt des Rettungsdienstes, zwei RTW- und einer KTW-Besatzung versorgen der Arzt und die neun Helfer der Sanitätsgruppe:

2 - 3 schwerverletzte Personen (Behandlungspriorität mit anschließender Transportpriorität, u.a. Infusions- und Intubationstherapie) und

4 - 5 mittelschwer verletzte Personen (Behandlungspriorität aber keine Transportpriorität) und

12 leichtverletzte Personen (keine Behandlungs- und Transportpriorität).